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JOHANN PHILIPP KRIEGER

1649-1725

Johann Philipp Krieger, 1649 in Nürnberg geboren, wuchs als Sohn eines Teppichmachers und Garnfärbers auf und erhielt bereits in frühen Jahren eine musikalische Unterrichtung an Tasteninstrumenten. Ab dem achten Lebensjahr erhielt er Unterricht bei dem Nürnberger Musiker und Froberger Schüler Johann Drechsel. Weiteren Unterricht erhielt er auf Blas- und Streichinstrumenten von dem Gambisten Gabriel Schütz (1633-1710). Vorrangig beeinflusst wurde er während seiner Ausbildung jedoch von dem Organisten Paul Hainlein, vor allem hinsichtlich seiner späteren Zuwendung zum Orgelspiel. Später ging Krieger nach Dänemark, wo er Schüler des Organisten Johannes Schröder in Kopenhagen wurde. Parallel dazu erhielt er bei Kaspar Förster jun. Unterricht im Fach Tonsatz. Kurze Zeit nach Aufnahme seines Studiums wurde Krieger an der Orgel der Hauptkirche in Kopenhagen eingesetzt. Zurückgekehrt nach Deutschland, trat er in die Dienste des Markgrafen Christian Ernst in Bayreuth ein, wo er später die Position des Kapellmeisters innehatte. Studien folgten in Venedig und Rom unter anderem bei Johann Rosenmüller für Komposition, sowie bei Giovanni Battista Volpe für Cembalo. Nach einem kurzen Aufenthalt in Bayreuth sowie in Frankfurt am Main und Kassel übernahm er 1677 die Position des Kammermusikers und -organisten am Hof des Herzogs August von Sachsen-Weißenfels in Halle. Bereits nach kurzer Zeit wurde er zum Vizekapellmeister ernannt und wechselte zusammen mit dem neuen Herzog Johann Adolf I. 1680 die Residenz. Auf Neu-Augustusburg entstanden zwischen 1685 und 1717 acht vielstimmige Instrumentalwerke, die als Beispiel für das frühe deutsche Concerto Grosso gelten. Krieger führte akribisch Buch über alle unter seiner Leitung bei Hof aufgeführten Werke. Hierdurch ist überliefert, dass er rund 2500 Kantaten komponierte, von denen 2200 als verschollen gelten. Durch seine Hochzeit mit Rosine Helene, Tochter des Johann Nicolai aus Halle, entstand eine Verwandtschaft zur Familie Georg Friedrich Händels. Krieger starb 1725 in Weißenfels. Sein musikalisches Werk ist heute jedoch fast in Vergessenheit geraten.