Home Verein STRASSE DER MUSIK Musikfest UNERHÖRTES MITTELDEUTSCHLAND Tag der HAUS- UND HOFMUSIK PRESSE KOMPONISTEN

ERWIN SCHULHOFF

1894-1942

Erwin Schulhoff wurde 1894 in Prag geboren. Durch eine Empfehlung von Antonín Dvořák konnte Schulhoff bereits siebenjährig den Klavierunterricht aufnehmen und mit zehn Jahren ins Prager Konservatorium eintreten. Seine pianistische Ausbildung bei Willi Thern in Wien, Robert Teichmüller in Leipzig und Carl Friedberg und Lazzaro Uzielli in Köln verband der auch kompositorisch frühreife Knabe mit Studien bei Max Reger (1907-–1910). Aufgrund seiner exzellenten Studienleistungen erhielt er 1918 den Mendelssohn-Preis für seine Klaviersonate Opus 22. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wandte er sich der kommunistischen Bewegung zu und konnte seine Karriere in Deutschland nicht fortsetzen. Seine Werke wurden als entartete Musik gelistet. Die Aufführung seiner Werke in Deutschland wurde gänzlich verboten. Durch die deutsche Kriegserklärung an die Sowjetunion wurde Schulhoff, inzwischen Sowjetbürger geworden, plötzlich Bürger eines Feindstaates. Am 23. Juni 1942 wurde er in Prag interniert und in das Lager für Bürger anderer Staaten auf der Wülzburg bei Weißenburg/Bayern deportiert, wo er am 18. August an den Folgen von Unterernährung, Erschöpfung und Krankheit starb. Mit ihm verlor die Neue Musik eine ihrer experimentierfreudigsten und radikalsten Persönlichkeiten.